Rund 70 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer waren am Samstag, 17. Oktober, im Schopflocher Moor aktiv. Muskeln waren gefragt beim Abräumen von Gehölz und dem Zusammenrechen von Gras und Zweigen. Danke an alle, die dabei waren!
Das Schopflocher Moor ist ein wichtiges Feuchtgebiet auf der Schwäbischen Alb – und leidet unter dem Klimawandel. Die Sommer werden heißer und trockener. 2026 bildete bisher einen traurigen Rekord. Es ist deshalb bsonders wichtig, Gehölznachwuchs und Weidenschösslingen aus dem Naturschutzgebiet zu entfernen. Sie ziehen nämlich viel Wasser. Jörg Dessecker vom Schwäbischen Albverein war bereits in den Tagen vor dem Pflegetag mit seinem Landschaftspflegetrupp im Moor aktiv, um Flächen freizuschneiden.
Rund 70 Ehrenamtliche – vom Kind bis zum Senior – hatten sich um 9 Uhr an der Infotafel am Eingang des Moores versammelt. Alle gut eingepackt, denn es war Regen angesagt. Begrüßt wurden Sie vom Esslinger Landrat Marcel Musolf, Schopflochs Bürgermeister Thomas Staubizer, Ulrike Möck vom Regierungspräsidium Stuttgart und von Albvereins-Vizepräsidentin Regine Erb. Sie alle dankten den Helferinnen und Helfern – und packten gleich selber mit an.
In mehreren Gruppen, mit Arbeitshandschuhen, Rechen und Gabeln ausgerüstet, machten sich die Helferinnen und Helfer ging es ans Werk. Grasschnitt, kleinere Äste und Zweige mussten zusammengerecht und genau wie das Weidengehölz in Handarbeit aus dem Feuchtgebiet geschafft werden. Bauern aus der Region luden den Rückschnitt auf Traktorgespanne. Sogar einen Hächsler hatten sie mit dabei, um größere Hölzer gleich vor Ort zu zerkleinern.
Gegen 11 Uhr hieß es dann Zähne zusammenzubeißen. Es fing an zu nieseln, Nebel zog durch das Moor – schaurig-schön, aber auch ziemlich ungemütlich. Die Helferinnen und Helfer ließen aber nicht nach und gegen 12:30 Uhr war die Arbeit dann getan. Das Regierungspräsidium Stuttgart lud alle Teilnehmenden im Anschluss an den Landschaftspflegeeinsatz noch zu einem warmen Mittagessen ein.
Den Pflegeeinsatz im Schopflocher Moor gibt es in dieser Form schon seit 1997. Schwäbischer Albverein, das Naturschutzzentrum Schopflocher Moor und das Regierungspräsidium arbeiten hier Hand in Hand. Doch ohne die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre ein solcher Einsatz nicht möglich.
Herzlichen Dank an alle, die so fleißig mitgeholfen haben!
Einzigartiges Naturschutzgebiet auf der Schwäbischen Alb
Das Schopflocher Moor ist das einzige Hochmoor auf der Schwäbischen Alb. Bereits vor 18 Millionen Jahren war die Torfgrube bei Schopfloch als Folge des Vulkanismus auf der Alb entstanden. Die Schlotfüllung eines alten Vulkanschlots war schneller verwittert als die harte Kalkgesteinumgebung. In der Mulde bildete sich eine Lehmschicht, auf der Millionen Jahre später ein See entstand, der nach und nach verlandete.
Durch die Torfstecherei und Entwässerung war das Moor bald in seiner Existenz gefährdet. Der Schwäbische Albverein erwarb große Teile des Gebiets im Jahr 1931, um es vor der weiteren Zerstörung zu schützen. 1942 wurde es dann zum Naturschutzgebiet. Heute umfasst die geschützte Fläche etwa 76 Hektar, auf der viele geschützte Pflanzen und Tiere leben. Besucherinnen und Besucher können das Schopflocher Moor auf einem Bohlenweg durchqueren.
























